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Überblick
Tragzahlen
Statische Tragzahl wälzgelagerter Gelenkköpfe
Die statische Tragzahl C0 eines wälzgelagerten Gelenkkopfes entspricht derjenigen radial wirkenden statischen Belastung, die eine gesamte bleibende Verformung von 1/10.000 des Wälzkörperdurchmessers an der am höchsten beanspruchten Berührungsstelle zwischen Wälzkörper und Laufbahn hervorruft.
Statische Tragzahl gleitlagergelaterter Gelenkköpfe
Die statische Tragzahl C0 eines gleitgelagerten Gelenkkopfes ist diejenige radiale statische Belastung, bis zu der noch keine bleibende Verformung am schwächsten Gehäusequerschnitt auftritt. Sie beinhaltet eine mindestens 1,2-fache Sicherheit gegenüber der Streckgrenze des verwendeten Gelenkkopf-Werkstoffes.
Dynamische Tragzahl wälzgelagerter Gelenkköpfe
Die dynamische Tragzahl C eines wälzgelagerten Gelenkkopfes ist diejenige, in Größe und Richtung unveränderliche radiale äußere Belastung, bei der 90% einer größeren Menge offensichtlich gleicher Gelenkköpfe 1 Million Umdrehungen oder Schwenkbeweg erreichen oder überschreiten.
Dynamische Tragzahl gleitlagergelaterter Gelenkköpfe
Die dynamische Tragzahl C ist ein Kennwert für die Berechnung von gleitgelagerten, wartungsfreien DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen, die dynamisch beansprucht werden, also unter Belastung Kipp-, Schwenk- oder Drehbewegungen ausführen.
Tragzahlangaben sind stets von der jeweils zugrunde liegenden Definition abhängig. Aus diesem Grund können Tragzahlangaben verschiedener Hersteller nicht ohne weiteres miteinander verglichen werden.
Betriebstemperaturen
Wälzgelagerte DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfe können im Temperaturbereich von -45 °C bis +120 °C eingesetzt werden.
Ohne Einschränkung in der Belastbarkeit reicht der Temperaturbereich für gleitgelagerte DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfe von -30 °C bis +60 °C. Bei höheren Temperaturen tritt eine Verminderung der Tragfähigkeit ein, die in der Berechnung der Gebrauchsdauer durch den Temperaturfaktor c2 berücksichtigt wird.
Belastungen
Maßgebend für Auswahl und Berechnung von DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen ist die Größe, die Richtung und die Art der Belastung.
Radiale und kombinierte Belastungen
DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfe sind vorzugsweise zur Aufnahme hoher Radialbelastungen konzipiert. Daneben können sie auch für kombinierte Belastungen mit einem Axiallastanteil bis maximal 20% der jeweiligen Radialbelastung eingesetzt werden.
Einseitig wirkende Belastung
Die Belastung wirkt in diesem Fall immer in die gleiche Richtung, d.h. die Lastzone liegt immer im gleichen Lagerabschnitt.
Wechselseitig wirkende Belastung
Bei wechselseitiger Belastung werden gegenüberliegende Lastzonen abwechselnd be- und entlastet, d.h. die Last wechselt ständig die Richtung um ca. 180°.
Schwenkwinkel
Der Schwenkwinkel ist die Auslenkung des Gelenkkopfes von einer Endlage in die andere. Für die Berechnung der Lebens- bzw. Gebrauchsdauer ist der halbe Schwenkwinkel β einzusetzen.
Kippwinkel
Der Kippwinkel, auch Einstellwinkel genannt, gibt die mögliche Auslenkung der Gelenkkugel bzw. des Innenringes zur Gelenkkopfschaftaxe in Grad an.
Bei wälzgelagerten DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen entspricht der in den Tabellen angegebene Kippwinkel α der maximal möglichen Auslenkung, die durch die beidseitigen Deckscheiben begrenzt ist. Es ist dabei zu beachten, dass dieser Kippwinkel weder während des Betriebes noch während der Montage überschritten wird, da sonst eine Beschädigung der Deckscheiben hervorgerufen werden kann.
Bei gleitgelagerten DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen unterscheidet man zwischen Kippwinkel α1 und α2. Wird die Auslenkung nicht durch angrenzende Bauteile eingeschränkt, kann der volle Kippwinkel α1 ausgenutzt werden, ohne dass dadurch die Gelenkkopftragfähigkeit beeinträchtigt wird. Der Kippwinkel α2 ist die Grenze der Auslenkung bei Verwendung einer Gabel als Anschlussteil.
Lebensdauer
Der Begriff Lebensdauer findet bei Wälzgelagerten DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen Anwendung und ist diejenige Anzahl von Schwenkbewegungen oder Umdrehungen bzw. die Anzahl von Betriebsstunden, die der Gelenkkopf aushält bevor erste Anzeichen von Materialermüdung an den Wälzkörpern oder Laufbahnen auftreten.
Aufgrund vieler schwer oder nicht erfassbaren Einflussfaktoren ist die Lebensdauer von mehreren offensichtlich gleichen Lagern unter gleichen Betriebsbedingungen unterschiedlich. Bei den nachstehenden Lebensdauer-Berechnungsverfahren von wälzgelagerten DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen wird deshalb eine nominelle Lebensdauer errechnet, die von mindestens 90% einer größeren Anzahl gleicher Gelenkköpfe erreicht oder überschritten wird.
Gebrauchsdauer
Der Begriff Gebrauchsdauer findet Anwendung bei gleitgelagerten DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen. Unter der Gebrauchsdauer versteht man die Anzahl der Schwenkbewegungen bzw. die Anzahl von Betriebsstunden, die gleitgelagerte DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfe erreichen, bevor sie durch Materialermüdung, Verschleiß, Vergrößerung der Lagerluft oder durch Anstieg des Lagerreibmomentes unbrauchbar werden.
Die Gebrauchsdauer wird außer von der Größe und Art der Belastung von vielen weiteren teilweise nur schwer erfassbaren Faktoren beeinflußt. Die Berechnung einer genauen Gebrauchsdauer ist daher nicht möglich. Praxisnahe Richtwerte für die Gebrauchsdauer können jedoch mit den nachstehenden Berechnungsverfahren, welchem zahlreiche Ergebnisse aus Dauerlauftests und jahrzehntelange Erfahrungswerte zugrunde liegen, ermittelt werden. Die so ermittelten Werte werden von den meisten DURBAL®-Hochleistungs-Gelenkköpfen erreicht, vom Großteil sogar weit überschritten.
Die spezifischen Einsatzbedingungen und die Einbausituation von Gelenkköpfen und Gelenklagern variieren in der Praxis sehr stark und lassen sich daher durch einen Hersteller in einem Katalog nicht verallgemeinern. In allen Fällen muss der Anwender die bei der Auswahl zu Grunde gelegten theoretischen Parameter mit den tatsächlich in der Praxis vorliegenden Einsatzbedingungen abgleichen und die Eignung des Gelenkkopfes bzw. Gelenklagers in der Praxis überprüfen. Es obliegt dem Anwender die für die konkrete Anwendung sinnvollen Sicherheitsfaktoren und Wartungsintervalle zu definieren.